Recruiting Kosten im Vergleich: Jobbörse, Headhunter, Social Recruiting

Dominik Breitbach ist Gründer und Geschäftsführer der taismo GmbH und der Kopf hinter SEOcruiting. Als zertifizierter BVDW-SEO-Professional verbindet er Suchmaschinenoptimierung mit Social Recruiting zur planbaren Mitarbeitergewinnung.
Recruiting kostet in Deutschland je nach Weg sehr unterschiedlich viel: Eine Stellenanzeige bei Stepstone kostet 2026 laut Preisliste zwischen 219 und 5.499 Euro netto, Indeed nennt gar keinen Listenpreis und rechnet über ein Budget mit 15 Euro Mindestpreis je Stelle und Monat ab, und eine Personalberatung berechnete zuletzt im Schnitt 27,5 Prozent des Zieleinkommens. Social Recruiting über Facebook und Instagram hat ebenfalls keinen Listenpreis, sondern ein Mediabudget. Dieser Artikel nennt zu jeder Zahl die Quelle und zeigt die Rechenwege, mit denen Sie die Kosten für Ihre eigene Stelle bestimmen.
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Was zu den Recruiting-Kosten zählt
Die meisten Kostenvergleiche im Recruiting scheitern an einer Verwechslung: Sie stellen Anzeigenpreise nebeneinander und nennen das Ergebnis Recruiting-Kosten. Der Anzeigenpreis ist aber nur einer von drei Blöcken, und in vielen Unternehmen ist er der kleinste.
Direkte Kosten: alles mit Rechnung
Direkte Kosten sind der Teil, den Ihre Buchhaltung sieht: Stellenanzeigen auf Jobbörsen, Mediabudget für Kampagnen, Honorare für Personalberatungen, Lizenzen für Bewerbermanagement-Software, Kosten für Assessments oder Hintergrundprüfungen. Diese Position lässt sich exakt beziffern, weil zu jedem Euro ein Beleg existiert.
Interne Kosten: die stille Hälfte
Interne Kosten entstehen durch Arbeitszeit. Jemand schreibt den Anzeigentext, jemand sichtet Bewerbungen, jemand führt Gespräche, jemand koordiniert Termine. Diese Stunden tauchen auf keiner Rechnung auf, sind aber real. Rechnen Sie mit einem internen Stundensatz, den Sie selbst festlegen, und multiplizieren Sie ihn mit den tatsächlich aufgewendeten Stunden. Ohne diesen Block sieht jede günstige Lösung günstiger aus, als sie ist, denn günstige Kanäle verlagern Aufwand oft nach innen.
Vakanzkosten: was die offene Stelle kostet
Der dritte Block ist der unangenehmste, weil er läuft, während Sie suchen. Eine unbesetzte Stelle kostet Leistung: Aufträge werden verschoben, Kolleginnen und Kollegen machen Überstunden, Projekte verzögern sich. Rechnen Sie den Block selbst, statt eine Pauschalzahl aus dem Internet zu übernehmen. Die Logik ist einfach: Sie schätzen die Wertschöpfung, die diese Position an einem Arbeitstag beiträgt, und multiplizieren sie mit den Tagen, die die Stelle offen bleibt. Wie viel das ist, weiß niemand besser als Sie.
Wie groß der Druck insgesamt ist, zeigt der DIHK-Fachkräftereport 2025/2026: 36 Prozent der befragten Unternehmen können offene Stellen zumindest teilweise nicht besetzen, sieben Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Befragt wurden knapp 22.000 Unternehmen. Gleichzeitig meldet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung für das erste Quartal 2026 rund 1,15 Millionen offene Stellen, etwa 23.800 weniger als ein Jahr zuvor. Der Markt entspannt sich also leicht, das Problem verschwindet aber nicht.
Cost per Hire: die Formel und die Datenlage
Die Formel
Cost per Hire, auf Deutsch die Kosten je Einstellung, ist die zentrale Kennzahl. Die Rechnung lautet: alle Recruiting-Kosten eines Zeitraums geteilt durch die Zahl der Einstellungen in diesem Zeitraum. Entscheidend ist, welche Kosten Sie in den Zähler aufnehmen. Nehmen Sie nur die direkten Kosten, erhalten Sie einen niedrigen Wert, der sich gut anfühlt und wenig aussagt. Nehmen Sie alle drei Blöcke, erhalten Sie eine Zahl, mit der Sie tatsächlich entscheiden können.
Warum die kursierenden Durchschnittswerte wackeln
Im Netz kursieren für Deutschland Werte zwischen 4.200 und 8.500 Euro je Einstellung. Wir haben für diesen Artikel versucht, diese Zahlen bis zu einer Primärquelle zurückzuverfolgen. Das Ergebnis: Die meistzitierten Artikel nennen keine Erhebung, keine Stichprobengröße und kein Erhebungsjahr. Belegbar ist dagegen der US-amerikanische Benchmark der Society for Human Resource Management, der eine durchschnittliche Cost per Hire von 4.129 US-Dollar ausweist, erhoben im Geschäftsjahr 2015 unter 2.048 Mitgliedern und veröffentlicht 2016. Das ist eine nachvollziehbare Zahl, aber sie stammt aus einem anderen Markt, einer anderen Währung und einem anderen Jahrzehnt.
Die praktische Folge: Behandeln Sie jeden Durchschnittswert als groben Orientierungspunkt und nicht als Zielgröße. Ihre eigene Zahl aus drei bis fünf Besetzungen ist für Ihre Entscheidungen mehr wert als jeder fremde Mittelwert, weil sie Ihre Region, Ihre Branche und Ihre Prozesse abbildet.
Ein Rechenbeispiel, das Sie nachbauen können
Angenommen, Sie besetzen im Quartal drei Stellen. Sie geben 4.350 Euro für Anzeigen und Mediabudget aus. Intern fallen 60 Stunden an, die Sie mit einem selbst gewählten Satz von 55 Euro bewerten, macht 3.300 Euro. Zusammen sind das 7.650 Euro für drei Einstellungen, also 2.550 Euro je Einstellung. Kommen Vakanzkosten dazu, weil zwei der Stellen je 40 Arbeitstage offen waren und Sie die Tageswertschöpfung mit 250 Euro ansetzen, sind das weitere 20.000 Euro. Die Zahlen in diesem Beispiel sind frei gewählt und dienen nur dazu, den Rechenweg zu zeigen. Der Punkt daran: Der Anzeigenpreis war der kleinste Posten.
Legen Sie vor dem nächsten Anzeigenkauf eine einfache Tabelle an: eine Zeile je Besetzung, Spalten für Anzeigenkosten, eingesetzte Arbeitsstunden mal internem Stundensatz, Anzahl Bewerbungen und Tage bis zur Zusage. Nach drei Besetzungen haben Sie belastbarere Zahlen für Ihr Unternehmen als jede Benchmark-Studie.
Was eine Stellenanzeige auf Indeed kostet
Indeed ist der Kanal, bei dem die Frage nach dem Preis am häufigsten falsch beantwortet wird, weil es schlicht keinen Listenpreis gibt.
Kostenlose Anzeigen
Indeed gibt an, dass jeder Arbeitgeber bis zu drei kostenlose Stellenanzeigen pro Monat schalten kann. Diese Anzeigen erscheinen in den allgemeinen Suchergebnissen. Indeed selbst schreibt dazu, dass Sponsored Jobs in Deutschland im Durchschnitt 50 Prozent mehr Bewerbungen liefern als kostenlose Anzeigen. Für schwer besetzbare Stellen ist die kostenlose Variante damit selten ausreichend, für einfach besetzbare Positionen kann sie genügen.
Sponsored Jobs: Auktion statt Preisliste
Für bezahlte Anzeigen nennt Indeed keine festen Preise. Der Preis entsteht über ein Budget, das Sie selbst setzen, und über die Interaktionen, die Ihre Anzeige auslöst. Indeed unterscheidet dabei zwei Abrechnungsarten: Beim Tagesbudget zahlen Sie pro Klick auf Ihre Anzeige, beim Monatsbudget entstehen Kosten, wenn Kandidatinnen und Kandidaten eine Bewerbung beginnen. Eine Rechnung erhalten Sie jeweils am ersten Tag eines Monats oder sobald Ihre Kontoausgaben 500 Euro erreichen. Wer eine Zahl für die Budgetplanung braucht, bekommt sie von Indeed also nicht vorab, sondern erst aus dem eigenen Lauf.
Der Mindestpreis je Stelle
Zwei Änderungen sind für die Planung wichtig. Erstens hat Indeed das Abrechnungsmodell im Frühjahr 2024 auf Pay Per Started Application umgestellt, also auf begonnene Bewerbungen statt reine Klicks, und dabei einen Mindestpreis von 15 Euro je Premiumanzeige eingeführt. Zweitens beschreiben Fachdienste zum 1. Juli 2025 eine Umstellung, nach der dieser Mindestpreis von 15 Euro je Job-ID und Kalendermonat gilt. Wer viele Stellen parallel oder rotierend schaltet, zahlt den Mindestpreis damit je Stelle und nicht einmal je Konto. Für Unternehmen mit vielen gleichartigen Vakanzen ändert das die Rechnung spürbar.
Was eine Stellenanzeige auf Stepstone kostet
Die Listenpreise 2026
Stepstone arbeitet im Gegensatz zu Indeed mit Festpreisen je Anzeige und Laufzeit. Zum 25. März 2026 wurden die Listenpreise für klassische Stellenanzeigen je nach Produkt um drei bis zehn Prozent angehoben. Nach dem Stand der Preisliste vom Juli 2026 ergibt sich folgendes Bild, jeweils netto und zuzüglich Umsatzsteuer:
- Pro Campus: 219 Euro, 30 Tage, ausschließlich für Ausbildung, Praktikum und Studierende
- Select: ab 329 Euro, auf einzelne Berufsfelder zugeschnitten; zur Laufzeit machen die ausgewerteten Quellen unterschiedliche Angaben
- Pro: 1.449 Euro, 30 Tage, die Standardanzeige für alle Berufe
- Pro Plus: 1.749 Euro, 30 Tage, mit höherer Reichweite
- Pro Ultimate: 2.499 Euro, 60 Tage, für schwer besetzbare Positionen
- Pro XXL: 5.499 Euro, 360 Tage
- All Jobs Starter: ab 249 Euro pro Monat im Jahresvertrag
Warum der Listenpreis selten der Endpreis ist
Zwei Einschränkungen gehören zu diesen Zahlen. Erstens kommuniziert Stepstone die Preise nach Einschätzung der Fachdienste, die die Preisliste auswerten, selten offen; die hier genannten Werte stammen aus deren Auswertungen und nicht aus einer frei abrufbaren Preisliste des Anbieters. Zweitens sind Listenpreise im Anzeigengeschäft üblicherweise Ausgangspunkte für Verhandlungen. Wer mehrere Anzeigen im Jahr schaltet oder über Kontingente bucht, zahlt in der Regel weniger als den Einzelpreis. Nehmen Sie die Liste deshalb als Obergrenze für die Planung und holen Sie ein konkretes Angebot ein.
Was ein Headhunter kostet
Der Prozentsatz vom Zieleinkommen
Personalberatungen rechnen nicht nach Aufwand, sondern als Anteil am Gehalt der gesuchten Person. Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen erhebt diesen Wert regelmäßig. Laut seiner Studie zum Personalberatungsmarkt lag das durchschnittliche Honorar der Personalberatungen 2024 bei 27,5 Prozent des Zieleinkommens, nach 28 Prozent im Jahr davor. Der Markt selbst hatte 2024 ein Volumen von 2,82 Milliarden Euro, für 2025 prognostizierten die Marktteilnehmer 2,78 Milliarden Euro.
Erfolgshonorar, Retainer und Festpreis
In der Praxis begegnen Ihnen drei Modelle. Beim Erfolgshonorar zahlen Sie nur, wenn die Stelle besetzt wird; das Risiko liegt beim Berater, der Prozentsatz ist dafür meist höher. Beim Retainer wird das Honorar in Teilbeträgen über den Prozess verteilt, typischerweise bei Beauftragung, bei Vorstellung der Kandidaten und bei Vertragsabschluss; das ist der Standard bei Führungspositionen. Festpreise kommen vor, sind aber die Ausnahme. Klären Sie vor der Beauftragung, was zum Zieleinkommen zählt: Fixgehalt allein oder Fixgehalt plus variable Bestandteile und Dienstwagen. Der Unterschied kann mehrere tausend Euro betragen.
Was das konkret bedeutet
Bei einem Zieleinkommen von 55.000 Euro ergeben 27,5 Prozent ein Honorar von 15.125 Euro. Bei 80.000 Euro sind es 22.000 Euro, bei 120.000 Euro rund 33.000 Euro. Diese Beträge sind reine Multiplikation des belegten Durchschnittssatzes und keine Angebote; der einzelne Vertrag kann darüber oder darunter liegen. Wichtig für den Vergleich: Das Honorar fällt einmal je Besetzung an und ist damit unabhängig davon, wie viele Bewerbungen der Weg erzeugt hat.
Was Social Recruiting über Facebook und Instagram kostet
Warum es auch hier keinen Listenpreis gibt
Social Recruiting bedeutet, Ihre Stelle als Werbeanzeige an Menschen auszuspielen, die gerade nicht auf Jobsuche sind. Meta verkauft dafür keine festen Werbeplätze, sondern versteigert jede einzelne Einblendung in einer Auktion. Es gibt also, genau wie bei Indeed, keinen Preis je Anzeige, sondern ein Budget und ein Ergebnis. Wer Ihnen für Social Recruiting einen festen Anzeigenpreis nennt, meint in Wahrheit sein Honorar, nicht den Mediapreis. Wie eine solche Kampagne aufgebaut wird, haben wir im Artikel zur Recruiting-Kampagne Schritt für Schritt beschrieben.
Die Rechenlogik: Budget geteilt durch Bewerbungen
Damit Social Recruiting vergleichbar wird, brauchen Sie zwei Kennzahlen. Die erste sind die Kosten je Bewerbung: eingesetztes Mediabudget geteilt durch die Zahl der eingegangenen Bewerbungen. Die zweite sind die Kosten je Einstellung: Mediabudget plus Betreuung, geteilt durch die Zahl der tatsächlichen Einstellungen. Beide Zahlen kennen Sie nach der ersten Kampagne, und ab der zweiten Kampagne planen Sie damit. Ein Beispiel für den Rechenweg: Wer 1.500 Euro Mediabudget einsetzt und 30 Bewerbungen erhält, liegt bei 50 Euro je Bewerbung. Führen 30 Bewerbungen zu einer Einstellung, sind das 1.500 Euro Mediakosten je Einstellung zuzüglich Betreuung. Die Zahlen dieses Beispiels sind frei gewählt und ausdrücklich keine Preisangabe.
Der wichtige Unterschied zur Jobbörse liegt in der Steuerbarkeit. Ein Anzeigenpreis ist bezahlt, sobald die Anzeige läuft, unabhängig vom Ergebnis. Ein Mediabudget lässt sich täglich anpassen, umschichten oder stoppen. Wenn nach einer Woche zu wenige Bewerbungen eingehen, ändern Sie Zielgruppe, Motiv oder Bewerbungsstrecke, statt auf das Ende der Laufzeit zu warten.
Was neben dem Mediabudget anfällt
Rechnen Sie drei weitere Posten mit ein, sonst ist der Vergleich unfair. Erstens die Creatives, also Bild, Video und Text der Anzeige. Zweitens die Bewerbungsstrecke: eine mobile Kurzbewerbung, die ohne Anschreiben und ohne Konto funktioniert. Drittens die Reaktionszeit. Wer sich erst nach fünf Tagen meldet, verliert einen Teil der Bewerbungen, die er gerade bezahlt hat. Diese drei Posten entscheiden häufiger über die Kosten je Einstellung als der Preis der Einblendung. Mehr dazu im Überblick zu den Wegen der Mitarbeitergewinnung und im Leitfaden zum Social Media Recruiting.
Google for Jobs als Kanal ohne Anzeigenkosten
Neben Facebook und Instagram lohnt ein zweiter Kanal, für den Google in seiner Dokumentation keine Gebühr nennt: die Stellenoberfläche in der Google-Suche. Voraussetzung ist, dass Ihre Stellenseiten JobPosting-Markup tragen. Google nennt als Pflichtfelder datePosted, description, hiringOrganization, jobLocation und title. Der Aufwand ist einmalig technisch, danach laufen Ihre eigenen Stellenseiten mit. Wie das bei uns aussieht, sehen Sie an den laufenden Stellenangeboten.
Prüfen Sie, ob Ihre Stellenseiten JobPosting-Markup tragen. Google verlangt dafür die Pflichtfelder datePosted, description, hiringOrganization, jobLocation und title. Fehlt eines davon, ist die Anzeige für die Job-Oberfläche in der Suche nicht berechtigt und Sie verschenken einen Kanal, für den Google keine Gebühr erhebt.
Statt Listenpreise zu vergleichen, rechnen wir mit Ihnen die Kosten je Bewerbung und je Einstellung für Ihre konkrete Position durch: Zielgruppe, Region, Budgetrahmen. SEOcruiting übernimmt danach die komplette Kampagne über Facebook und Instagram als spezialisierte Social Recruiting Agentur.
Kosten unverbindlich durchrechnenDer Kostenvergleich auf einen Blick
Die folgende Tabelle stellt die Wege nebeneinander. Sie vergleicht bewusst nicht nur Preise, sondern zuerst die Preismodelle, weil die Modelle sich fundamental unterscheiden. Alle Zahlen haben den Stand August 2026 und die zugehörigen Quellen finden Sie am Ende des Artikels.
| Weg | Preismodell | Belegte Zahlen (Stand August 2026) | Was zusätzlich anfällt |
|---|---|---|---|
| Indeed, kostenlose Anzeige | kostenfrei, begrenzt | bis zu 3 kostenlose Anzeigen pro Monat je Arbeitgeber | interne Zeit, geringe Sichtbarkeit |
| Indeed, Sponsored Job | Auktion, Abrechnung pro Klick oder pro begonnener Bewerbung | kein Listenpreis; Mindestpreis 15 Euro je Job-ID und Kalendermonat; Rechnung bei 500 Euro Kontostand | Budgetsteuerung, laufende Beobachtung |
| Stepstone | Festpreis je Anzeige und Laufzeit | Listenpreise netto: Pro Campus 219 Euro (30 Tage), Select ab 329 Euro, Pro 1.449 Euro (30 Tage), Pro Plus 1.749 Euro, Pro Ultimate 2.499 Euro (60 Tage), Pro XXL 5.499 Euro (360 Tage) | Anzeigentext, Gestaltung, interne Zeit |
| Personalberatung, Headhunter | Prozentsatz vom Zieleinkommen | durchschnittliches Honorar 2024: 27,5 Prozent des Zieleinkommens (Vorjahr 28 Prozent) | Auswahlprozess, teils Retainer-Vorauszahlungen |
| Google for Jobs | keine Gebühr in der Google-Dokumentation genannt | Voraussetzung ist JobPosting-Markup mit den Pflichtfeldern datePosted, description, hiringOrganization, jobLocation, title | einmalige technische Umsetzung, Pflege der Stellenseiten |
| Social Recruiting über Facebook und Instagram | Mediabudget in der Auktion plus Leistung | kein Listenpreis; Meta versteigert jede Einblendung. Ihre Kosten je Bewerbung ergeben sich aus Budget geteilt durch Bewerbungen | Creatives, Bewerbungsstrecke, Betreuung, Reaktionszeit |
Hinweis zu allen Preisangaben: Listenpreise ändern sich, teils mehrmals im Jahr. Stepstone hat seine Preise zuletzt zum 25. März 2026 angehoben. Auktionsbasierte Modelle wie Indeed und Meta haben ohnehin keinen festen Preis, sondern nur ein Ergebnis. Je nach Paket, Vertragslaufzeit, Branche und Region können Ihre tatsächlichen Kosten deutlich abweichen. Holen Sie vor der Buchung ein konkretes Angebot ein.
Wie Sie die Tabelle auf Ihre Stelle übertragen
Nehmen Sie eine konkrete offene Stelle und füllen Sie vier Felder aus: Was zahlen Sie an direkten Kosten? Wie viele interne Stunden stecken drin, bewertet mit Ihrem Stundensatz? Wie viele Tage ist die Stelle offen, bewertet mit Ihrer Tageswertschöpfung? Wie viele Bewerbungen und wie viele Einstellungen sind daraus geworden? Erst diese vier Zahlen machen zwei Wege vergleichbar. Alles davor ist Preisvergleich, nicht Kostenvergleich.
Die drei häufigsten Rechenfehler
Anzeigenpreis mit Recruiting-Kosten verwechseln
Der häufigste Fehler. Eine Anzeige für 1.449 Euro, die keine Bewerbung bringt, ist teurer als ein Mediabudget von 2.000 Euro, das zu einer Einstellung führt. Der Preis steht am Anfang der Rechnung, nicht am Ende.
Vakanzkosten ignorieren
Wer den günstigsten Kanal wählt und dafür drei Monate länger sucht, spart am falschen Ende. Setzen Sie die Ersparnis immer gegen die zusätzlichen Vakanztage. Häufig kippt das Ergebnis bereits nach zwei bis drei Wochen zusätzlicher Suchdauer.
Kosten je Bewerbung mit Kosten je Einstellung verwechseln
Zwanzig Bewerbungen zu 30 Euro sind teurer als zehn Bewerbungen zu 50 Euro, wenn aus den zwanzig keine Einstellung wird und aus den zehn zwei. Die Kosten je Bewerbung sind eine Steuerungsgröße für die laufende Kampagne. Die Kosten je Einstellung sind die Entscheidungsgröße für den Kanal.
So senken Sie Ihre Recruiting-Kosten
Die wirksamsten Hebel liegen selten beim Einkaufspreis. Sie liegen bei der Anzahl der Bewerbungen und bei der Geschwindigkeit.
- Bewerbungsstrecke verkürzen: Jedes Pflichtfeld und jeder zusätzliche Klick kostet Bewerbungen, die Sie bereits bezahlt haben. Eine mobile Kurzbewerbung ohne Anschreiben ist der günstigste Hebel überhaupt, weil sie nichts kostet und die Ausbeute je eingesetztem Euro erhöht.
- Reaktionszeit messen: Notieren Sie, wie viele Stunden zwischen Bewerbungseingang und erster Rückmeldung liegen. Diese Zahl ist meist schlechter als erwartet und ohne Geld zu verbessern.
- Zielgruppe schärfen statt Budget erhöhen: Eine präzisere Zielgruppe senkt die Kosten je Bewerbung stärker als ein größeres Budget sie senkt.
- Eigene Stellenseiten aufbauen: Wer eigene, indexierbare Stellenseiten mit JobPosting-Markup betreibt, gewinnt einen Kanal ohne Anzeigenkosten dazu und wird unabhängiger von Jobbörsenpreisen.
- Kennzahlen je Besetzung führen: Drei sauber dokumentierte Besetzungen schlagen jede Benchmark-Studie, weil sie Ihre Realität abbilden.
Ein Nebeneffekt kommt bei dauerhaft sichtbaren Kampagnen hinzu, ohne dass Sie ihn eigens bearbeiten müssen: Ihre Arbeitgebermarke wächst mit. Wer über Monate in den Feeds der eigenen Region präsent ist, wird als Arbeitgeber wahrgenommen, auch von Menschen, die sich heute noch nicht bewerben. Das senkt die Kosten künftiger Kampagnen, weil die Marke bereits bekannt ist.
Fazit
Recruiting-Kosten lassen sich nicht als eine Zahl beantworten, weil die Wege unterschiedlich abrechnen. Belegbar ist: Stepstone verlangt für die Standardanzeige Pro 1.449 Euro netto für 30 Tage, Indeed nennt keinen Listenpreis und rechnet über ein Budget mit 15 Euro Mindestpreis je Stelle und Monat ab, Personalberatungen berechneten 2024 im Schnitt 27,5 Prozent des Zieleinkommens, und Social Recruiting über Facebook und Instagram hat als Auktionsmodell ebenfalls keinen Listenpreis. Vergleichbar werden diese Wege erst, wenn Sie interne Kosten und Vakanzkosten dazurechnen und am Ende durch die Zahl der Einstellungen teilen. Wer diese Rechnung einmal für drei Besetzungen aufstellt, trifft die nächste Kanalentscheidung mit eigenen Zahlen statt mit fremden Mittelwerten. Wie sich die Lage am Arbeitsmarkt insgesamt entwickelt, ordnen wir im Artikel zum Fachkräftemangel in Deutschland ein.
Bringen Sie Ihre Zahlen mit: Position, Region, bisheriges Budget und die Zeit, die die Stelle schon offen ist. Wir stellen die Rechnung gemeinsam auf und Sie sehen, wo Ihr Geld heute hingeht. Danach entscheiden Sie in Ruhe, ob SEOcruiting der richtige Weg ist.
Jetzt Erstgespräch buchenHäufige Fragen zu Recruiting-Kosten
Was kostet Recruiting im Durchschnitt?
Eine belastbare deutsche Durchschnittszahl ist öffentlich nicht verfügbar. Kursierende Werte zwischen 4.200 und 8.500 Euro je Einstellung nennen in der Regel keine Erhebung und keine Stichprobe. Belegt ist der US-Benchmark der Society for Human Resource Management mit 4.129 US-Dollar je Einstellung, erhoben für das Geschäftsjahr 2015. Aussagekräftig ist deshalb nur die eigene Rechnung: alle direkten und internen Kosten eines Zeitraums geteilt durch die Zahl der Einstellungen.
Was kostet eine Stellenanzeige auf einer Jobbörse?
Das hängt vom Preismodell ab. Stepstone arbeitet mit Festpreisen; die Listenpreise reichen nach der Erhöhung vom 25. März 2026 von 219 Euro für die Ausbildungsanzeige Pro Campus über 1.449 Euro für die Standardanzeige Pro bis zu 5.499 Euro für Pro XXL, jeweils netto. Indeed nennt dagegen keinen Listenpreis, sondern rechnet über ein selbst gesetztes Budget ab, mit einem Mindestpreis von 15 Euro je Stelle und Kalendermonat. Listenpreise ändern sich; prüfen Sie vor der Buchung den aktuellen Stand.
Wie viel Prozent verlangt ein Headhunter?
Personalberatungen rechnen als Anteil am Zieleinkommen der zu besetzenden Position ab. Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen weist für 2024 ein durchschnittliches Honorar von 27,5 Prozent des Zieleinkommens aus, nach 28 Prozent im Vorjahr. Bei einem Zieleinkommen von 55.000 Euro entspricht das rechnerisch rund 15.100 Euro. Üblich sind Erfolgshonorar und Retainer; klären Sie vorab, ob variable Gehaltsbestandteile in die Bemessungsgrundlage einfließen.
Ist Social Recruiting günstiger als eine Jobbörse?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten, weil beide Wege unterschiedlich abrechnen. Eine Jobbörse mit Festpreis kostet denselben Betrag, ob sie eine oder fünfzig Bewerbungen bringt. Social Recruiting arbeitet mit einem Mediabudget in einer Auktion, das sich täglich steuern lässt. Vergleichbar werden beide erst über die Kosten je Einstellung, also Gesamtkosten geteilt durch tatsächliche Einstellungen. Diese Zahl kennen Sie nach der ersten eigenen Kampagne.
Welche Kosten vergessen Unternehmen am häufigsten?
Die internen Kosten und die Vakanzkosten. Interne Kosten entstehen durch Arbeitszeit für Anzeigentexte, Sichtung, Gespräche und Koordination und stehen auf keiner Rechnung. Vakanzkosten entstehen, solange die Stelle unbesetzt ist, durch entgangene Leistung, Überstunden und verschobene Aufträge. Beide Blöcke lassen sich mit einfachen Annahmen beziffern: interner Stundensatz mal Stunden und Tageswertschöpfung mal Vakanztage.
Quellen
- Indeed: „Preismodell von Indeed: Kosten für Stellenanzeigen“, de.indeed.com, Stand 29. April 2026, abgerufen am 19.08.2026.
- Indeed: „Preise für Stellenanzeigen auf Indeed“, de.indeed.com, abgerufen am 19.08.2026.
- Indeed: „Kostenlose Stellenanzeigen schalten“, de.indeed.com, abgerufen am 19.08.2026.
- Schmidt-Stein, Matthias: „Nicht mehr pro Klick: Bei Indeed zahlt man jetzt pro Bewerbungsstart“, Personalwirtschaft, 5. März 2024.
- Schach, Marc: „Indeed Mindestpreise 2.0: ab 01.07.2025 wird je Job-ID abgerechnet“, talent360 Blog, 12. Juni 2025.
- HRM Consulting: „Stepstone erhöht Preise für klassische Stellenanzeigen ab März 2026“, hrmconsulting.net, abgerufen am 19.08.2026.
- OnApply: „StepStone Stellenanzeigen 2026: Preise und Rabatte“, onapply.de, Stand Juli 2026.
- Personalturm: „StepStone Kosten 2026: Preise und Pakete“, personalturm.de, aktualisiert am 1. Juli 2026.
- Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen (BDU): „Personalberatungsbranche in Deutschland: Marktteilnehmer prognostizieren leichten Umsatzrückgang auf 2,78 Milliarden Euro in 2025“, bdu.de, Studie „Facts & Figures zum Personalberatungsmarkt“, 27. August 2025.
- Society for Human Resource Management (SHRM): „SHRM Benchmarking Report: 4.129 US-Dollar Average Cost-per-Hire“, shrm.org, Human Capital Benchmarking Report, 8. August 2016.
- Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB): „IAB-Stellenerhebung: 1,15 Millionen offene Stellen im ersten Quartal 2026“, idw-online.de, 8. Juni 2026.
- Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK): „DIHK legt Fachkräftereport 2025/2026 vor“, dihk.de, 19. Dezember 2025.
- Google: „Job posting (JobPosting) structured data“, Google Search Central, zuletzt aktualisiert am 18. Dezember 2025.
- Meta: „Anzeigenauktionen“, Meta-Hilfebereich für Unternehmen, abgerufen am 19.08.2026.


