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Recruiting Ads auf Facebook und Instagram: Aufbau, Budget und Zielgruppen in SEOcruiting-Farben

Recruiting Ads auf Facebook und Instagram: Aufbau, Budget, Zielgruppen

Dominik Breitbach
Dominik Breitbach – Gründer & Geschäftsführer

Dominik Breitbach ist Gründer und Geschäftsführer der taismo GmbH und der Kopf hinter SEOcruiting. Als zertifizierter BVDW-SEO-Professional verbindet er Suchmaschinenoptimierung mit Social Recruiting zur planbaren Mitarbeitergewinnung.

⏱ Lesedauer: 10 Min🔄 Zuletzt aktualisiert: 24.08.2026☆ Bei Google bevorzugen

Recruiting Ads sind bezahlte Anzeigen auf Facebook und Instagram, die eine offene Stelle gezielt bei Menschen ausspielen, die gerade gar nicht auf Jobsuche sind. Anders als eine Stellenanzeige in einer Jobbörse warten sie nicht darauf, gefunden zu werden, sondern erscheinen im Feed und in den Reels der passenden Leute. Dieser Leitfaden zeigt, wie eine Kampagne aufgebaut wird, welches Budget rechnerisch nötig ist und wie Sie Zielgruppen erreichen, obwohl Meta bei Jobanzeigen genau dieses Targeting stark einschränkt.

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Was Recruiting Ads sind und wann sie sich lohnen

Recruiting Ads, teils auch Performance Recruiting genannt, sind Werbeanzeigen mit einem einzigen Ziel: einer Bewerbung. Sie laufen über dasselbe Werbekonto, mit dem Unternehmen auch Produkte bewerben, folgen aber einer anderen Logik. Es geht nicht darum, möglichst viele Menschen zu erreichen, sondern darum, die wenigen Menschen zu erreichen, die den Beruf können und in der Nähe wohnen, und ihnen den Wechsel so einfach wie möglich zu machen.

Der Unterschied zur klassischen Stellenanzeige ist die Richtung. Die Jobbörse erreicht Menschen, die gerade aktiv suchen. Eine Anzeige im Feed erreicht auch die deutlich größere Gruppe, die zufrieden im Job sitzt und trotzdem wechseln würde, wenn das Angebot stimmt. Wie dieses Prinzip über alle Kanäle hinweg funktioniert, beschreibt unser Leitfaden zum Social Media Recruiting.

Ob sich der Aufwand lohnt, hängt vom Beruf ab. Die Bundesagentur für Arbeit zählt in ihrer Fachkräfteengpassanalyse 2025 genau 157 Engpassberufe, nach 163 im Vorjahr und 183 im Jahr 2023. Gleichzeitig hält sie nüchtern fest, dass es keine Belege für einen allgemeinen Arbeitskräftemangel gibt: In etlichen Berufen übersteigt das Angebot die Nachfrage deutlich. Der Mangel ist also kein Flächenbrand, sondern berufsspezifisch, und genau deshalb entscheidet die Auswahl der Stelle darüber, ob Recruiting Ads überhaupt nötig sind. Wer den Hintergrund sucht, findet ihn in unserer Analyse zum Fachkräftemangel in Deutschland.

Ein zweiter Befund aus demselben Bericht erklärt, warum Jobbörsen bei knappen Berufen so oft leer laufen: Knapp die Hälfte der gemeldeten Fachkraftstellen entfällt auf Engpassberufe, während arbeitslos gemeldete Menschen überwiegend Stellen in Nicht-Engpassberufen suchen. Wer nur dort ausschreibt, wo aktiv gesucht wird, wirbt also in der falschen Gruppe. Recruiting Ads sind der Versuch, aus dieser Sackgasse herauszukommen.

Warum Facebook und Instagram und nicht irgendein Kanal

Die schlichteste Begründung ist die Reichweite. Der Report Digital 2026: Germany weist für Deutschland 64,7 Millionen Social-Media-Nutzer aus, das sind 77,1 Prozent der Bevölkerung. Über Instagram-Werbung lassen sich davon rechnerisch 31,3 Millionen Menschen erreichen, über Facebook-Werbung 22,8 Millionen. Diese Zahlen stammen aus Metas eigenen Planungswerkzeugen und sind ausdrücklich Reichweiten-Schätzungen, keine Nutzerzahlen. Als Größenordnung genügen sie: Praktisch jede Fachkraft in Deutschland ist auf mindestens einer der beiden Plattformen unterwegs.

Werbereichweite von Facebook und Instagram in DeutschlandWen Recruiting Ads in Deutschland erreichen könnenPotenzielle Werbereichweite in Millionen Menschen, Stand Oktober 2025Social Media gesamt64,7 Mio.77,1 % der BevölkerungInstagram31,3 Mio.37,2 % der BevölkerungFacebook22,8 Mio.27,1 % der BevölkerungDatenquelle: DataReportal, Digital 2026: GermanyAbb. 1 · SEOcruiting
Abb. 1: Wen Recruiting Ads in Deutschland erreichen können

Beide Netzwerke laufen über ein Werbekonto und eine Kampagne. Sie müssen sich also nicht entscheiden, sondern lassen die Auslieferung dort laufen, wo die Bewerbung am günstigsten entsteht. In der Praxis liefert Instagram, vor allem über Reels, eher die jüngeren Zielgruppen und Ausbildungsberufe, während im Facebook-Feed die erfahrenen Fachkräfte ab Mitte dreißig sitzen. Welche Inhalte auf welchem Kanal funktionieren, haben wir im Kanal-Leitfaden für Instagram, Facebook und TikTok auseinandergenommen.

Dazu kommt ein Verstärker, der nichts kostet: das Teilen der Anzeige in regionalen und fachlichen Gruppen. Eine Stelle für einen Servicetechniker in einer Kreisgruppe mit 12.000 Mitgliedern erreicht Menschen, die eine bezahlte Anzeige teuer einkaufen müsste. Als zweiter Kanal kommt später Google dazu, dazu weiter unten mehr.

Die Sonderkategorie „Beschäftigung“: was Meta beim Targeting sperrt

Hier scheitern die meisten Kampagnen, bevor sie starten. Seit dem 7. Dezember 2021 müssen Werbetreibende, die Zielgruppen in Europa ansprechen und Anzeigen zu Job-, Kredit- oder Immobilienangeboten schalten, ihre Kampagne als spezielle Anzeigenkategorie ausweisen. Bei einer Stellenanzeige ist das die Kategorie „Beschäftigung“. Wer die Deklaration weglaesst, riskiert Ablehnung der Anzeigen und im Wiederholungsfall Einschränkungen des Werbekontos.

Der Grund ist Diskriminierungsschutz. Meta sperrt in dieser Kategorie alle Zielgruppenoptionen, die sich explizit oder dem Anschein nach auf geschützte Kategorien beziehen, also Demografie, Verhalten oder Interessen. Was daraus folgt, ist für jeden, der sonst mit Interessen-Targeting arbeitet, ungewohnt.

Was in dieser Kategorie wegfällt

  • Alter: die Auswahl ist auf 18 bis 65+ festgelegt.
  • Geschlecht: ein einzelnes Geschlecht kann nicht angesteuert werden, die Auswahl wird auf alle Geschlechter gesetzt.
  • Standort: Postleitzahlen sind als Zielgebiet nicht möglich, das Ausschließen von Standorten ebenfalls nicht.
  • Radius: die Standortauswahl muss in Europa mindestens 15 Kilometer um Stadt, Adresse oder gesetzte Standortnadel umfassen.
  • Detailliertes Targeting: Interessen, Verhalten und demografische Merkmale entfallen, auch als Ausschluss.
  • Zielgruppen: gespeicherte Zielgruppen und Lookalike Audiences stehen nicht zur Verfügung.

Was weiterhin funktioniert

Der wichtigste Punkt, den viele Ratgeber übersehen: Custom Audiences aus eigenen Daten bleiben nutzbar, sowohl zum Einbeziehen als auch zum Ausschließen, und auch die automatische Zielgruppenerweiterung über Advantage+ Audience ist in dieser Kategorie verfügbar. Wer also Website-Besucher, Video-Zuschauer oder Interaktionen der eigenen Seite gesammelt hat, kann damit weiterarbeiten. Nur der Sprung von dieser Liste zu einer statistischen Zwillingsgruppe, also die Lookalike Audience, ist gesperrt.

Sonderkategorie Beschäftigung: gesperrte und nutzbare OptionenSonderkategorie „Beschäftigung“ bei Metanicht mehr wählbarweiterhin nutzbar× Alter frei wählen (fest 18 bis 65+)✓ Standort über Stadt oder Region× Geschlecht wählen✓ Mindestradius 15 km (Europa)× Postleitzahlen als Zielgebiet✓ eigene Custom Audiences einbeziehen× Standorte ausschließen✓ eigene Custom Audiences ausschließen× Interessen, Verhalten, Demografie✓ Advantage+ Audience× gespeicherte Zielgruppen✓ Sprache der Zielgruppe× Lookalike Audiences✓ Vorauswahl über das CreativeQuelle: Meta, Dokumentation „Spezielle Anzeigenkategorien“Abb. 2 · SEOcruiting
Abb. 2: Sonderkategorie „Beschäftigung“: gesperrte und weiterhin nutzbare Optionen

Praktisch bedeutet das: Ihre Zielgruppe besteht aus einem Ort, einem Radius und allen Erwachsenen darin. Das klingt nach Streuverlust, ist aber kein Problem, sondern eine Verschiebung der Arbeit. Die Auswahl trifft ab jetzt nicht mehr das Targeting, sondern die Anzeige selbst.

Kampagnenaufbau: drei Ebenen, drei Entscheidungen

Ein Meta-Werbekonto hat drei Ebenen, und auf jeder wird genau eine Sache entschieden. Wer das trennt, baut in zwanzig Minuten eine saubere Kampagne. Wer es vermischt, sucht später stundenlang nach der Ursache für schlechte Ergebnisse.

Aufbau einer Recruiting-Kampagne: Kampagne, Anzeigengruppe, AnzeigeDrei Ebenen, drei Entscheidungen1. KampagneWerbeziel (meist Leads) · Sonderkategorie „Beschäftigung“ deklarieren2. AnzeigengruppeBudget · Zielgebiet · Platzierungen · Optimierungsereignis3. AnzeigeVideo oder Bild · Text · Button · Ziel der BewerbungFaustregel: wenige Anzeigengruppen mit ausreichendem Budget statt vieler kleinerAbb. 3 · SEOcruiting
Abb. 3: Der Aufbau einer Recruiting-Kampagne bei Meta

Ebene 1: die Kampagne und ihr Ziel

Meta bietet sechs Werbeziele an: Bekanntheit, Traffic, Interaktionen, Leads, App-Promotion und Umsatz. Für Recruiting Ads ist in aller Regel „Leads“ richtig, weil die Auslieferung dann auf Menschen optimiert wird, die tatsächlich ein Formular absenden. „Traffic“ ist nur der Notnagel für den Start, solange noch keine Conversion-Daten vorliegen. Wer auf „Reichweite“ oder „Interaktionen“ optimiert, bekommt genau das: Sichtbarkeit und Likes, aber keine Bewerbungen. Auf dieser Ebene wird auch die Sonderkategorie deklariert.

Ebene 2: die Anzeigengruppe und ihr Budget

Hier stehen Budget, Laufzeit, Zielgebiet, Platzierungen und das Optimierungsereignis. Die wichtigste Regel lautet: so wenige Anzeigengruppen wie möglich. Jede zusätzliche Gruppe teilt das Budget und damit die Datenmenge, aus der das System lernt. Bei den Platzierungen ist die automatische Auswahl in fast allen Fällen die bessere Wahl, weil sie Feed, Reels und Stories gemeinsam testet.

Ebene 3: die Anzeige und ihr Creative

Auf der untersten Ebene liegen Video oder Bild, Text, Button und das Ziel der Bewerbung. Drei bis vier Motive pro Gruppe reichen, mehr verteilt das Budget nur weiter. Hochformat ist Pflicht, weil die Zielgruppe das Telefon senkrecht hält, und die erste Sekunde entscheidet über alles Weitere. Worauf es bei bewegten Motiven ankommt, steht im Beitrag zum Recruiting-Video. Wie sich daraus eine vollständige Kampagne mit Zeitplan ergibt, zeigt die Anleitung zum Aufbau einer Recruiting-Kampagne.

Zielgruppen steuern, ohne Zielgruppen auswählen zu können

Wenn das Targeting nur noch Ort und Alter kennt, muss die Anzeige selbst die Vorauswahl treffen. Das ist keine Notlösung, sondern funktioniert bei Recruiting Ads sogar besser als jedes Interessen-Targeting, weil Menschen sich zuverlässiger selbst zuordnen als ein Algorithmus sie zuordnet.

Vier Hebel entscheiden darüber, wer sich angesprochen fühlt. Erstens die Berufsbezeichnung, und zwar so, wie sie im Alltag benutzt wird, nicht wie sie im Organigramm steht. Zweitens der Ort, sichtbar im Bild und in der ersten Textzeile. Drittens das konkrete Angebot: Schichtmodell, Gehaltsspanne, Firmenwagen, Wochenenden frei. Viertens echte Menschen aus dem Betrieb statt Stockfotos, wofür Sie deren schriftliche Einwilligung brauchen.

Diese Art von Anzeige hat einen Nebeneffekt, der oft unterschätzt wird: Wer über Monate sichtbar Stellen ausspielt und dabei den eigenen Betrieb zeigt, wird als Arbeitgeber in der Region bekannt. Die Arbeitgebermarke wächst dabei mit, ohne dass sie eigens bearbeitet werden muss. Der Zweck der Kampagne bleibt aber die Bewerbung, alles andere ist Zugabe.

Ein Beispiel aus dem Alltag: Eine Anzeige, die mit „Pflegefachkraft in München gesucht“ startet, den Dienstplan zeigt und mit „in zwei Minuten bewerben“ endet, sortiert die falschen Leser innerhalb der ersten Sekunde aus. Eine Anzeige, die mit „Wir sind ein innovatives Team“ beginnt, sortiert niemanden aus und kostet deshalb mehr. Welche Argumente in einzelnen Berufsgruppen ziehen, zeigt exemplarisch der Beitrag zur Gewinnung von Pflegekräften.

Budget: die Rechnung, auf die es ankommt

Die häufigste Frage lautet, was Recruiting Ads kosten. Die ehrliche Antwort: Das hängt von Beruf, Region und Wettbewerb ab und lässt sich nicht seriös als Pauschalpreis angeben. Ein Kosmetikstudio in einer Kleinstadt und ein Spezialtiefbauer, der Gerätefahrer sucht, spielen in völlig verschiedenen Preisklassen. Was sich dagegen sehr wohl allgemeingültig sagen lässt, ist der Rechenweg.

Erst rückwärts rechnen, dann Budget festlegen

Beginnen Sie beim Ziel und nicht beim Geld. Wie viele Stellen sollen besetzt werden? Wie viele Bewerbungen brauchen Sie erfahrungsgemäß für eine Einstellung? Diese Quote kennt jedes Unternehmen aus der eigenen Vergangenheit besser als jeder Branchenreport. Multipliziert ergibt das die nötige Zahl an Bewerbungen. Was eine Bewerbung kostet, messen Sie in den ersten zwei bis vier Wochen im eigenen Konto. Erst dann ist das Budget eine Rechnung und keine Wette.

Die 50er-Regel: warum zu kleine Budgets scheitern

Es gibt eine harte Untergrenze, und sie kommt von Meta selbst. Eine Anzeigengruppe befindet sich nach dem Start in der Lernphase, und diese endet in der Regel nach etwa 50 Ergebnissen in der Woche nach der letzten wesentlichen Änderung. Solange die Gruppe darunter bleibt, liefert das System instabil und teurer aus. Daraus lässt sich eine Untergrenze ableiten: Das Wochenbudget einer Anzeigengruppe sollte ungefähr dem Fünfzigfachen der angestrebten Kosten je Ergebnis entsprechen.

Zielkosten je Bewerbung (Annahme)rechnerisches Wochenbudget je Anzeigengrupperund pro Tag
10 Euro500 Euro70 Euro
20 Euro1.000 Euro145 Euro
30 Euro1.500 Euro215 Euro
50 Euro2.500 Euro355 Euro

Die Tabelle ist bewusst eine Rechnung, keine Preisliste. Sie zeigt nur, was aus der 50er-Regel folgt, wenn Sie eigene Zielkosten einsetzen. Der praktische Wert liegt in der Umkehrung: Wer 300 Euro im Monat auf drei Anzeigengruppen verteilt, wird die Lernphase in keiner davon verlassen und zahlt deshalb dauerhaft zu viel. Ein einziges, ausreichend dotiertes Set schlägt drei unterfinanzierte.

Vom Einstellungsziel zum WochenbudgetVom Ziel zur Budgetgröße: rückwärts rechnenEinstellungenWie viele Stellen sindzu besetzen?BewerbungenWie viele Bewerbungenbrauchen Sie jeEinstellung?Kosten je BewerbungAus dem eigenen Kontomessen, nichtschätzenWochenbudgetje Anzeigengruppe rund50 × ZielkostenWarum 50?Meta beendet die Lernphase einer Anzeigengruppe in der Regel nach etwa 50 Ergebnissen pro Woche.Abb. 4 · SEOcruiting
Abb. 4: Vom Einstellungsziel rückwärts zum Wochenbudget

Beim Vergleich mit anderen Wegen zählt nicht der Anzeigenpreis, sondern der Preis je Einstellung. Eine unbesetzte Stelle kostet jeden Monat Überstunden, abgelehnte Aufträge und Nerven im Team. Wie sich die Kanäle insgesamt zueinander verhalten, ordnet unser Überblick zu den Wegen der Mitarbeitergewinnung ein.

Recruiting Ads, die Bewerbungen liefern

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Von der Anzeige zur Bewerbung: Formular oder Landingpage

Der beste Klick ist wertlos, wenn danach ein Bewerbungsportal mit Registrierung wartet. Sie haben zwei Wege. Das Instant-Formular direkt in Facebook oder Instagram lädt sofort, füllt Name und Kontaktdaten vor und erzeugt deshalb die meisten Einträge. Der Preis dafür ist die geringere Verbindlichkeit: Wer in drei Sekunden bewirbt, sagt auch schneller wieder ab.

Der zweite Weg führt auf eine eigene Landingpage. Sie lädt langsamer und kostet ein paar Prozent Conversion, liefert dafür besser vorbereitete Bewerber, Platz für Bilder und Fragen und Daten im eigenen Haus. Wichtig ist in beiden Fällen dasselbe: Bewerbung in unter zwei Minuten, ohne Anschreiben, ohne Lebenslauf als Pflichtfeld und vollständig auf dem Telefon bedienbar.

Und dann kommt der Teil, an dem die meisten Kampagnen wirklich scheitern: die Reaktionszeit. Wer sich abends um halb elf aus dem Feed heraus bewirbt, erwartet keine Eingangsbestätigung in vier Tagen. Eine Antwort innerhalb von 24 Stunden ist der billigste Hebel im ganzen Prozess, weil er nichts kostet außer Aufmerksamkeit.

Kennzahlen, die zählen, und Zahlen, die täuschen

Ein Werbekonto zeigt Dutzende Spalten, von denen die meisten für Recruiting bedeutungslos sind. Vier Werte reichen, um eine Kampagne zu steuern, und eine fünfte Spalte verrät, wann ein Motiv verbraucht ist.

KennzahlWas sie sagtWann Sie eingreifen
Kosten je Bewerbungder einzige Preis, der zähltwenn sie über Ihrer Zielmarke liegen
Klickrateob das Creative die richtigen Menschen trifftwenn sie nach dem Start deutlich fällt
Kosten je 1.000 Kontaktewie teuer der Markt gerade istbei starken Ausschlägen nach oben
Frequenzwie oft dieselbe Person die Anzeige siehtab etwa drei bis vier in kurzer Zeit
Bewerbung bis Gesprächob die Bewerbungen zur Stelle passenwenn viele Bewerbungen, aber keine Gespräche entstehen

Reichweite, Likes und Kommentare sind keine Zielgrößen. Sie sind angenehm, wenn sie kommen, und irreführend, wenn man sie zum Maßstab macht. Eine Anzeige mit 200 Likes und zwei Bewerbungen ist schlechter als eine mit vier Likes und zwölf Bewerbungen.

Was rechtlich zu beachten ist

Metas Targeting-Sperren und das deutsche Recht zeigen in dieselbe Richtung. Nach § 11 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes darf ein Arbeitsplatz nicht unter Verstoß gegen § 7 Absatz 1 AGG ausgeschrieben werden, also nicht in einer Weise, die wegen Merkmalen wie Geschlecht, Alter oder Herkunft benachteiligt. Praktisch heißt das: Die Stelle wird geschlechtsneutral ausgeschrieben, in der Regel mit dem Zusatz m/w/d, und Formulierungen wie „junges Team gesucht“ gehören nicht in eine Anzeige.

Dazu kommen zwei Punkte aus der Praxis: Mitarbeitende, die im Video oder auf einem Foto zu sehen sind, brauchen eine schriftliche Einwilligung, die auch den Fall des Ausscheidens regelt. Und die Bewerberdaten aus einem Instant-Formular liegen zunächst bei Meta, sie gehören also zeitnah in Ihr eigenes System überführt und dort nach den eigenen Löschfristen behandelt. Eine Rechtsberatung ersetzt dieser Abschnitt nicht.

Google als zweiter Kanal: die Stelle wird auch gesucht

Recruiting Ads erreichen Menschen, die nicht suchen. Parallel gibt es aber auch die, die sehr wohl suchen, und die landen bei Google. Damit eine Stellenseite in der Google-Stellensuche erscheinen kann, muss sie für Google zugänglich sein und ein JobPosting-Markup tragen. Pflichtangaben sind dabei Stellentitel, Beschreibung, Veröffentlichungsdatum, das einstellende Unternehmen und der Arbeitsort.

Der Aufwand dafür fällt einmal an, die Wirkung bleibt. Eine Stellenseite, die sowohl das Ziel der Anzeige ist als auch organisch gefunden wird, arbeitet doppelt. Wie das bei uns aussieht, zeigt die Übersicht der aktuellen Stellenangebote.

Die häufigsten Fehler bei Recruiting Ads

  • Sonderkategorie nicht deklariert: die Anzeigen werden abgelehnt, im Wiederholungsfall wird das Konto eingeschränkt.
  • Budget zersplittert: fünf Anzeigengruppen mit je 10 Euro am Tag verlassen die Lernphase nie.
  • Auf Reichweite optimiert: das System liefert dann billige Sichtkontakte statt Bewerbungen.
  • Stellenanzeige als Anzeigentext kopiert: Anforderungsprofile funktionieren im Feed nicht.
  • Querformat statt Hochformat: in Reels und Stories verschenkt das die halbe Fläche.
  • Zu früh abgeschaltet: nach drei Tagen liegt noch kein belastbares Ergebnis vor.
  • Langsame Rückmeldung: Bewerbungen aus dem Feed kühlen schneller ab als solche aus einer Jobbörse.
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Häufige Fragen zu Recruiting Ads

Was sind Recruiting Ads?

Recruiting Ads sind bezahlte Werbeanzeigen, die eine offene Stelle bewerben und als Ziel eine Bewerbung haben. Sie laufen üblicherweise auf Facebook und Instagram und erreichen dort auch Menschen, die nicht aktiv auf Jobsuche sind. Damit unterscheiden sie sich von einer Stellenanzeige in einer Jobbörse, die nur gefunden wird, wenn jemand aktiv sucht.

Was kosten Recruiting Ads?

Ein Pauschalpreis wäre unseriös, weil die Kosten stark von Beruf, Region und Wettbewerb abhängen. Sinnvoll ist die Rechnung rückwärts: nötige Einstellungen, daraus nötige Bewerbungen, daraus das Budget. Als Untergrenze gilt, dass eine Anzeigengruppe pro Woche etwa 50 Ergebnisse erreichen sollte, um die Lernphase zu verlassen. Die eigenen Kosten je Bewerbung misst man in den ersten zwei bis vier Wochen im eigenen Werbekonto.

Welche Zielgruppen kann ich bei Jobanzeigen noch auswählen?

In der speziellen Anzeigenkategorie „Beschäftigung“ entfallen Alter, Geschlecht, Interessen, Verhalten, Postleitzahlen, gespeicherte Zielgruppen und Lookalike Audiences. Übrig bleiben der Standort mit einem Mindestradius von 15 Kilometern in Europa, die Sprache sowie eigene Custom Audiences. Die eigentliche Auswahl trifft deshalb die Anzeige selbst, über Berufsbezeichnung, Ort und Angebot.

Wie lange dauert es, bis Recruiting Ads Bewerbungen bringen?

Erste Bewerbungen kommen meist in den ersten Tagen. Belastbar wird das Bild aber erst, wenn die Anzeigengruppe die Lernphase verlassen hat, wofür Meta rund 50 Ergebnisse pro Woche ansetzt. Wer nach drei Tagen abschaltet oder das Budget ändert, startet die Lernphase neu und verlängert genau die Phase, die er abkürzen wollte.

Facebook oder Instagram: Was funktioniert besser für Recruiting?

Die Frage stellt sich in der Praxis selten, weil beide Plattformen aus einer Kampagne heraus bespielt werden und die Auslieferung dorthin geht, wo die Bewerbung günstiger entsteht. Als Tendenz gilt: Instagram und Reels erreichen eher jüngere Zielgruppen und Ausbildungsberufe, der Facebook-Feed eher erfahrene Fachkräfte. Entscheidend ist nicht die Plattform, sondern das Motiv.

Quellen

Weiterführend

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